Abenteuer Krankmeldung

Nachdem Rafael die ganze Nacht fiebrig war und kaum geschlafen hatte, entschied er zu Hause bzw. im Hotel zu bleiben und sich krank zu melden. Aber wie und wo? Die App unserer weltweiten Privat-Krankenversicherung (Allianz – International Health Insurance) riet uns, einen Arzt in einem Krankenhaus aufzusuchen und sich von diesem eine Krankmeldung ausstellen zu lassen.

Penang Adventist Hospital

Um 11:00 erreichten wir das Penang Adventist Hospital. Nachdem wir im 7. Stock des Parkhauses einen freien Parkplatz gefunden hatten, suchten wir den Haupteingang.
Rafael musste sich als Neupatient registrieren und da er seinen Pass nicht mithatte, wer denkt schon an sowas, dauerte es ein bisschen länger, funktionierte aber letztendlich trotzdem. Die Dame von der Registrierung erklärte uns, dass wir eine Nummer ziehen und im Warteraum warten sollten, bis wir aufgerufen werden.

Wir zogen eine Nummer und warteten. Als die Nummer aufgerufen wurde und Rafael der netten Frau erklärte, dass er zu einem Arzt wolle, wunderten wir uns warum sie ihm mit so großen Augen anschaute und sich versicherte ob wirklich „er“ zum Arzte wolle. Nachdem ich bemerkte, dass wir in der gynäkologischen Abteilung gewartet hatten, wurde uns klar warum ihm die Frau so anschaute und die anderen wartenden Patienten fast alle weiblich und schwanger waren.

Der richtige Warteraum

Als wir den richtigen Warteraum gefunden und eine neue Nummer gezogen hatten, staunten wir nicht schlecht. Im Warteraum oder besser gesagt in der „Wartehalle“, ging es zu wie auf einem Bazar. Hier wurde geredet, gelacht und die Kinder spielten am Boden. Alle zwei Meter war eine digitale Anzeigetafel angebracht, auf der die nächsten Nummern angezeigt wurden.

Dann wurde Rafael zu einer groben Voruntersuchung aufgerufen. In einem Hinterzimmer wurde er gewogen, gemessen, der Blutdruck und der Puls wurde gemessen und er wurde zu den Themen „Allergien, Rauchen, Alkohol und Asthma“ befragt. Das alles wurde auf seinen Patientenzettel notiert und er kam wieder zurück in den Warteraum.

Patientenblatt Penang Adventist Hospital

Notfall oder Mittagspause

Ein paar Minuten später wurde uns von einer Krankenschwester mitgeteilt, dass es einen Notfall gab und wir Mittagessen gehen und in etwa einer Stunde wieder da sein sollten. Wir waren uns ziemlich sicher, dass es sich lediglich um die Mittagspause der Ärzte und des Krankenhauspersonals handelte und nicht um einen Notfall.

Bein unseren Interkulturellen Training, haben wir gelernt, dass es in der asiatischen Kultur sehr wichtig ist, sein Gesicht zu bewahren. Deswegen ist eine kleine Notlüge, wie der Notfall, besser als seine Mitmenschen zu enttäuschen und sie wegen der Mittagspause warten zu lassen.

Der Arztbesuch

Nach dem Mittagessen, vergingen noch 30 Minuten bis wir endlich aufgerufen wurde. Ich ging mit rein in das Behandlungszimmer, zum Ersten, weil ich neugierig war und zum Zweiten um euch besser berichten zu können.

Der Arzt war von chinesischer Herkunft, hatte schon leicht graue Haare und war sehr sympathisch. Er fragte Rafael das Übliche, wie: Halsweh? Husten? Schleim? Schmerzen? Schwindel? Asthma? Er hörte seine Lungen ab, maß nochmal den Blutdruck und schaute mit einer sehr großen Taschenlampe in seinen Rachen.

Der Doktor war sehr interessiert an unserem Vorhaben, hier in Penag zu leben und führten ein bisschen Small Talk mit uns. Schließlich schrieb er Rafael von Mittwoch bis Freitag krank und verabschiedete sich mit einer lässigen Meldung. „No scuba diving in the next few days, Mr. Rafael!” Er stellte noch eine “medical leave certification”, so wird die Krankmeldung hier genannt, und ein Rezept aus.

Apotheke Penang Adventist Hospital

Apotheke, direkt im Krankenhaus

Die Apotheke befand sich direkt im Krankenhaus, das war sehr praktisch. Wir gaben das Rezept am Schalter der Apotheke ab und bekamen wieder eine Nummer zugewiesen. Dann hieß es warten. Als die Nummer auf der Anzeige erschien, mussten wir die Medikamente bezahlen, uns mit der Rechnung am Schalter nebenan wieder anstellen und die Arzneimittel abholen.

Die Medikamente waren mit Rafaels Namen und einer genauen Einnahmeinformation beschriftet. Medikamente sind hier im Vergleich zu anderen Dingen relativ teuer.

Medikamente Penang Adventist Hospital

Wir fragten noch nach, ob wir für den Arztbesuch etwas bezahlen mussten und nachdem wir ein „no, you don´t have to“ als Antwort bekamen, machten wir uns auf den Weg zurück zum Auto.

Die Krankmeldung in Malaysia erforderte von uns sehr viel Geduld und fünf Stunden unserer Zeit. Falls es ein nächstes Mal gibt, ich hoffe nicht, kennen wir uns schon besser aus.

Das gibt es hier zu lesen...

4 Antworten

  1. Krank im Ausland😱 Ein Abenteuer auf das man verzichten könnte. Solange es nichts Ernstes ist, geht es ja noch. Ich finde es spannend und lustig was ihr dabei erlebt. Andere Länder – andere Sitten 😅

  2. Die Besuche in Österreich & Krankenhaus, sind nicht besser :/ & unter 6-8 Std. tut sich da gar nichts. Abgesehen davon das ich mich nicht erinnern kann dass ich so gründlich untersucht wurde.

    1. Liebe Tatjana. Danke für deinen Kommentar.
      Ja das stimmt in Österreich dauert es mindesten gleich lang.
      Ich muss sagen wir fühlen und hier, besonders in medizinischer Hinsicht, sehr gut aufgehoben. Die Ärzte hier sind teilweiße viel interessierter und genauer.
      Viele liebe Grüße aus dem Warmen Malaysia. Christina und Rafael 😀

Kommentare sind geschlossen.

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