Bako National Park auf Borneo, das musst du wissen!

Erschienen am 20. September 2019

In diesem Reisebericht findet ihr alles, was ihr über den Bako National Park wissen müsst. Infos über die Kosten, Anreise mit dem Bus, oder Taxi und Boot, Tipps für die Übernachtung und Trails zum Wandern. Wir verraten, wo es die Nasenaffen zu sehen gibt und welche anderen Tiere wir beobachten konnten. Außerdem berichten wir euch, wie die Nachtwanderung im Nationalpark (eine geführte Tour) war und wie man sich darauf vorbereitet.

Der Bako National Park ist ein kleines Naturjuwel im Nordwesten der Insel Borneo. Genauer gesagt, liegt er im malaysischen Bundesstaat Sarawak, ganz in der Nähe von Kuching. Aufgrund seiner Vielfältigkeit, er ist perfekt für eine große Zielgruppe. Wir finden, er ist ein spannendes Ausflugsziel, sowohl für Alleinreisende und Pärchen, als auch für Familien. Wenn ihr die Natur liebt, könnt ihr dort wandern, den Dschungel bestaunen oder am Strand spazieren. Obendrein können sich Fotografen auf eine unglaublich spannende Fotopirsch begeben, um die berühmten Nasenaffen vor die Kamera zu bekommen. Wer übrigens ein ganz besonderes Abenteuer erleben möchte, der sollte am besten dort übernachten und eine unvergessliche Nachtwanderung mitmachen. Letztere wird vom geschulten Personal des Parks angeboten.

Der Bako National Park liegt auf einer 27 km² großen Halbinsel. Demzufolge ist dieser Nationalpark einer der kleinsten in Malaysia. Wusstet ihr, dass der Park bereits 1957 gegründet wurde und somit der älteste Nationalpark in Sarawak ist?

Ihr werdet es nicht glauben, aber der Besuch des Parks war für mich Teil meiner Geburtstagsüberraschung von Christina. Erst am Flughafen von Penang wurde mir offenbart, dass unsere Reise nach Borneo gehen würde. Dorthin zu reisen war ein lang ersehnter Wunsch von mir. Doch da hatte ich noch keine Ahnung davon, dass wir einen Nationalpark besuchen würden. Im letzten Jahr hatten wir übrigens zu meinem Geburtstag eine 5-Tägige Offroad-Tour durch Thailand gemacht, an die wir uns heute noch sehr gerne zurück erinnern.

Haze Saison in Malaysia

Wir waren übrigens im September dort. Zu dieser Zeit ist auf Borneo Haze Saison. Das heißt der Himmel ist getrübt durch Rauch und man sieht die Sonne nur selten. Dieses Phänomen dauert Monate an und ist durch Brandrodungen in Indonesien bedingt. Falls der Haze-Index besonders hoch ist, wird empfohlen eine schützende Gesichtsmaske zu tragen. Auf dieser Seite könnt ihr die Luftwerte verfolgen.

Allerdings bringt der Haze auch Vorteile mit sich. Zum Beispiel ist es beim Wandern nicht so heiß. Außerdem sind natürlich viel weniger Besucher vor Ort, was auch sehr angenehm ist. Das war es aber auch schon mit den Vorzügen. Ihr werdet auf den Fotos sehen, wie schlimm der Haze sein kann.

Wie komme ich zum Bako National Park?

Tatsächlich liegt die Bootsanlegestelle zum Bako National Park (Carpark und Boat Jetty) nur eine etwa 30-minütige Autofahrt von Kuching entfernt. Fragt einfach in eurem Hotel nach, ob ihr eine Tour samt Transport zum Nationalpark buchen könnt. Wenn ihr es aber eher individuell mögt, dann macht es so wie wir und fahrt einfach mit dem Taxi hin.

Wir waren wieder mit dem gleichen Taxifahrer unterwegs, der uns schon zu der Orang-Utans im Semenggho Wildlife Centre gefahren hatte. Dieser war übrigens für unseren gesamten Aufenthalt in Kuching unser privater Chauffeur.

Euer ganz privater Taxifahrer

Prinzipiell fahren wir in Malaysia sehr gerne mit Grab. Falls euer Ziel jedoch weiter weg von Ballungszentren liegt, dann ist es oft nicht so leicht einen Rücktransport über Grab zu bekommen. Wenn ihr mit einem Taxi fährt und euch der Fahrer sympathisch ist, fragt ihn einfach nach seiner Karte. Dann könnt ihr weitere Fahrten einfach per Telefon oder WhatsApp ausmachen. Euer Vorteil: ihr könnt für alle Fahrten Fixpreise verhandeln.

Sofern ihr allerdings mit einem kleinen Budget unterwegs seid, nehmt einfach den viel günstigeren Bus. Die Fahrt mit dem Bus von Kuching zum Bako Market dauert vielleicht 45-60 Minuten. Der Bako Market befindet sich ganz in der Nähe der Bootsanlegestelle. Der rote Bus mit der Nummer 1 fährt vom Open Air Market in Kuching weg.

Aufgeregt und überwältigt von den Wassermassen, die der Sarawak Fluss mit sich führt, genossen wir die Bootsfahrt. Die Zeit verging extrem schnell und schon bald sahen wir den Strand, an dem wir anlegen würden, immer näher kommen. Wir wurden im kniehohen Wasser vor dem Strand abgesetzt. An dieser Stelle gibt es keinen Landesteg. Somit könnte es also passieren, dass ihr etwas nass werdet, wenn ihr aus dem Boot aussteigt. Folglich heißt es dann Schuhe ausziehen, oder Wasserschuhe mitnehmen.

Eine schöne Bootsfahrt zum Bako Nationalpark

Beim Jetty (Bootsanlegestelle) angekommen, wurden wir gleich zum Ticketschalter verwiesen. Dort buchten wir ein privates Boot zum Nationalpark. Danach ging es zum offiziellen Schalter des Bako National Parks, wo wir die Eintrittsgebühr für den Park bezahlen mussten.

Reisepass mitnehmen!

Ohne Pass, bekommt ihr keine Genehmigung den Nationalpark zu betreten.

Die Fahrt mit dem Boot dauert ungefähr 20 Minuten und ist übrigens nur bei Flut möglich. Wir empfehlen um 8:00 Uhr morgens beim Jetty zu sein, um gleich eines der ersten Boote zu erwischen.

In der folgenden Informationstafel findest du alles über Anfahrt, Kosten und Eintrittspreise.

Bako Nationalpark, alle Infos

  • Anfahrt
    Mo - Do 8:00-13h
    Fr 8:00-11h (nachm. Gebetszeit)​
    Abfahrt
    Mo - Fr 14:00 - max. 17h
  • Aufhenthalt: 5 Stunden bis einige Tage
  • Kosten: Kosten für das Boot
    20 RM pro Person
    oder 100 RM für privates Boot​

    Eintritt in den Park
    20 RM pro Person
    10 RM für malaysische Staatsbürger​
  • Verpflegung: Restaurant, Snacks, Getränke
  • Parkplatz: beim Jetty sehr beschränkt
  • WC: vorhanden
  • Kleidungsvorschriften: keine

Kann man im Bako National Park übernachten?

Ja, es ist möglich und wir empfehlen das auch. Denn nur dann, kommt ihr in den Genuss einer einzigartigen Nachwanderung durch den Dschungel. Des Weiteren ist es einfach wunderschön, die Natur in der Abend- und Morgendämmerung zu beobachten. Die friedliche Stimmung, wenn der Dschungel schlafen geht, lässt einem Zeit zum Durchatmen und Träumen.

Natürlich wachen dann die nachtaktiven Tiere erst auf, welche aber meist für unser Auge unsichtbar sind. Dazu aber später mehr, wenn wir euch auf unsere Nachtwanderung mitnehmen. Falls ihr im Nationalpark übernachten möchtet, müsst ihr eure Unterkunft vorab buchen. Die Buchung ist gleichzeitig die offizielle Erlaubnis, um im Park übernachten zu dürfen. Hier geht es zur Buchungsseite.

Übernachtung im Bungalow, die Luxusvariante

Im Nationalpark gibt es mehrere Typen von Bungalows, zwischen denen man wählen kann. Christina hatte für uns die Forest Lodge Type 6 gebucht. Die Lodge besteht aus 2 separat zugänglichen Räumen, die jeweils über ein eigenes WC mit Dusche verfügen. Man kann die komplette Lodge oder eines der Zimmer separat buchen.

Forest Lodge Type 6 Bako
Forest Lodge Type 6
Bucht rechtzeitig!

Am besten ihr bucht schon Wochen oder gar Monate im Vorhinein. Denn die Lodges sind sehr beliebt und früh ausgebucht.

Uns hat das Zimmer sehr gut gefallen und es war überraschend sauber. Tatsächlich mussten wir das Zimmer mit keinem einzigen Krabbeltier oder Mosquito teilen. Aber erschreckt nicht, wenn sich eine Eidechse in eure vier Wände verirrt. Diese kleinen Mitbewohner findet man in Malaysia überall. Sie lieben die schattigen Räume und werden außerdem vom Licht angezogen, denn da gibt es immer viele Insekten zu fressen.

  • Check-In Zeit ist übrigens zwischen 14:00 und 16:00 Uhr
  • Check-Out ist um 11:00 Uhr vormittags

Die Ausstattung in der Forest Lodge Type 6

Wir fanden das Zimmer sehr gemütlich und sauber. Diese Lodge kostet übrigens 50 RM pro Nacht, also etwa um die 10 €.

Zur Ausstattung gehören:

  • Eigenes WC und Dusche (kein Warmwasser, dafür Klopapier)
  • 2 Einzelbetten, die man zusammenschieben kann
  • Frische, saubere Handtücher
  • Ein Kühlschrank mit Eisfach (praktisch für Getränke)
  • Ein Ventilator (wie angenehm)
  • Alle Fenster sind mit Fliegengittern ausgestattet
  • Eine Veranda mit Stühlen und Tisch
  • KEINE Klimaanlage (es gibt andere Typen, die über eine verfügen)

Übernachtung am Campingplatz

Für Sparfüchse und Outdoor-Liebhaber gibt es sogar einen Camping Platz, auf dem man für 5 RM übernachten kann. Das Zelt müsst ihr dafür aber selber mitbringen. Damit steht dem Campingvergnügen nichts mehr im Wege.

Das Bako National Park Headquarter

Als wir aus dem Boot ausstiegen, überquerten wir gleich den Strand. Dort wurden wir von einem Mitarbeiter des Nationalparks freundlich empfangen. In unserem Fall war es Dean, ein Malaie, der zu diesem Zeitpunkt bereits über ein Jahr als Führer im Park gearbeitet hatte. Er spricht sehr gutes Englisch und ist überaus hilfsbereit.
Dean verwies uns gleich weiter zum Hauptquartier (englisch Headquarter). Dieses ist auf allen Karten, die man im Park findet, als HQ gekennzeichnet.

Im Hauptquartier gingen wir gleich zur Rezeption und meldeten uns an. Der nette Mitarbeiter am Schalter gab uns eine Karte mit allen wichtigen Wanderwegen (englisch Trails) und eine kurze Beschreibung dieser. Zudem warnte er uns auch gleich vor den diebischen Makaken. Außerdem trifft man im Parkgelände auf frei laufende  „halb wilde“ Wildschweine. Das Alphamännchen wird von den Rangern hier liebevoll Bulldozer genannt.

Im Headquarter gibt es übrigens freies W-LAN, das funktioniert auch erstaunlich gut. In der Kantine läuft den ganzen Tag ein Fernseher, falls jemand Unterhaltung sucht. Gleich hinter der Rezeption gibt es übrigens einen Gepäcksaufbewahrungsraum. Diesen nutzten wir sogleich, um unser Gebäck bis zum Check-In zu verstauen. Später, nach 14:00, Uhr checkten wir dann ein. Beim Check-In muss man 10 RM Kaution hinterlegen. Natürlich bekommt man diese bei Rückgabe des Schlüssels wieder zurück.

Außerdem gibt es hier auch einen Souvenir-Shop mit allem möglich Zeugs, welches mehr oder weniger mit dem Nationalpark zu tun hat. Ich war nicht drinnen, denn ich stehe nicht so auf Souvenirs. Laut Christina gibt es aber auch Zahnpasta, Shampoo und diverse nützliche Kosmetikartikel oder Sonnenhüte zu kaufen.

Im Außenbereich findet ihr übrigens eine öffentliche Toilette, für die man 0,30 RM pro Besuch berappen muss. Dafür gibt es aber auch Klopapier, welches in Malaysia ja eher zur Sonderausstattung zählt.

Stelldichein mit den Makaken

Tatsächlich überfiel uns beim Gang zu unserer Lodge eine Horde wilder Makaken. Ich hatte eine Plastiktüte mit Essen in der Hand und sofort belagerten uns mehreren Affen. Plötzlich sprang mich ein Affe an, ließ aber sofort wieder meine Hose los, als ich voller Schreck einen Schrei ausstieß. Ich hielt mein Hab und Gut hoch über meinem Kopf und ging nach allen Seiten spähend weiter, um unsere Lodge endlich zu finden. Zumindest hatten wir nachher etwas zum Lachen und eine Geschichte zu erzählen. Zu unserem Triumph, erbeuteten die Affen absolut nichts von uns.

Makaken sind diebisch, sehr frech und kein bisschen scheu

Besonders haben sie es auf Plastiktüten mit Essen, sowie auf Flaschen und Dosen abgesehen. Lasst nichts davon frei herumliegen. Und tragt am besten kein Essen sichtbar an ihnen vorbei. Die Affen verstehen es sehr gut, wie man Menschen einschüchtert und sie dazu bringt, Sachen fallen zu lassen. Oder sie stehlen diese direkt vom Tisch in der Kantine. Makaken haben die Angewohnheit, schnell auf euch zuzugehen oder die Zähne zu fletschen, um euch damit einzuschüchtern. Starrt sie niemals an, denn das macht sie extrem wütend.

Essen und Trinken in der Headquarter Kantine

Falls ihr hungrig oder durstig seid, hat die Park-Kantine für euch von 7:30 bis 22:00 Uhr geöffnet. Man kann im Freien oder drinnen sitzen. Glücklicherweise gibt es Deckenventilatoren, denn im Nationalpark ist es immer schwül und heiß.

Zum Essen gibt es im Prinzip immer das gleiche, egal ob Frühstück, Mittag- oder Abendessen. Dafür ist es für einen National Park aber wirklich günstig. Beim Buffet schaufelt ihr einfach alles, was euer Herz begehrt, auf euren Teller und zahlt dann bei der Kasse.

  • Weißer Reis für 0,50 RM pro Schöpfer
  • Gemüsereis für 2,50 RM pro Schöpfer
  • Gebratene Nudeln für 2,50 RM pro Schöpfer
  • Hühnchen oder Fisch für ein paar RM pro Stück
  • Kuchen und andere kleine Desserts

Es gibt auch einen kleinen Shop in der Kantine, wo man Süßigkeiten und Knabberzeugs bekommt. Außerdem könnt ihr diverse Getränke kaufen.

Zum Beispiel:

  • Eine 1,5 l PET Flasche mit Wasser für 4 RM
  • 330 ml Dose Pepsi für 4 RM
  • Eine 300 ml Dose Bier für 8 – 12 RM, je nach Marke


Wir wünschen einen guten Appetit. Abräumen müsst ihr euer Geschirr dann selber.

Wie uns das Essen geschmeckt hat? Das Essen ist in Ordnung, mehr aber auch nicht. Aber schließlich kommt man ja nicht extra wegen dem Essen in den Nationalpark.

Trails und Wanderwege im Bako National Park

Wandert ihr gerne? Dann kommt ihr im Nationalpark voll auf eure Kosten. Es gibt einige, unterschiedlich lange und schwierige Wege. Wir gingen drei davon und wollen euch diese natürlich auch gerne vorstellen.

Der Startpunkt der Trails 3, 5, 6 und 10

Die Trails 3, 5, 6 und 10 im Nationalpark haben alle den gleichen Startpunkt. Und so kommt ihr dort hin… Wenn ihr das Hauptquartier verlasst, geht ihr gleich nach rechts. Der Weg führt vorbei an einigen Lodges bis zu einer Bootsanlegestelle. Anschließend führt euch ein Steg über Mangrovenwälder. Theoretisch könnte man dort auch Krokodile antreffen, diese sind aber eher in der Dämmerung aktiv. Wir haben keine gesehen, stattdessen nur die Warnschilder. Am Ende des Stegs führt ein Weg weiter zum Startpunk der Trails.

Wandern im Dschungel

Nehmt mindestens 1,5 Liter Wasser pro Person mit auf die Wanderung. Außerdem empfehlen wir euch festes Schuhwerk anzuziehen. Ein Schweißtuch ist auch recht praktisch.

Trail 3 zur Telok Paku

Der Weg 3 führt zur Telok Paku. Telok heißt auf malaysisch Bucht und ist die alte Schreibweise vom heute gebräuchlichem Teluk mit U. Der Trail hat eine Länge von 1,5 km, für die ihr ca. 1 Stunde pro Richtung einplanen solltet. Unterschätzt den Trail nicht, der Weg führt teilweise über Holzleitern, Stege, Wurzeln und Steine. Besser ist es vorsichtig zu gehen anstatt auf Zeit zu laufen.

Am Wegesrand wachsen übrigens immer wieder Palmen mit zentimeterlangen Stacheln. Vermeidet es tunlichst, diese als Haltegriffe zu verwenden. Auf Englisch nennt man diese treffend Wait-a-while (warte ein wenig), immerhin können sich ihre scharfen Stacheln durch jede Hose bohren.

Am Ende des Weges wurden wir dann mit einer wunderschönen und abgelegen Bucht belohnt. Diese ist eingerahmt vom grünen, wilden Dschungel. Ein wahrlich atemberaubender Ausblick, der seines gleichen sucht. Dort gönnten wir uns einen Müsliriegel und einen Apfel. Beides hatten wir aus Kuching mitgenommen, denn hier im Park gibt es so etwas nicht zu kaufen.

Ich machte noch ein paar Aufnahmen mit unserer Drohne und anschließend machten wir uns wieder auf den Weg zurück. Falls ihr keine Lust habt, den gleichen Weg zweimal zu gehen, dann fragt vorher im Hauptquartier nach einem Boot, dass euch von dort abholt und wieder zurückbringt. Die meisten Besucher des Parks bleiben nicht über Nacht und gehen nur diesen Trail. Unserer Erfahrung nach, ist der durchschnittliche Südostasiate nicht gerade ein begnadeter Wanderer. Deshalb nehmen die meisten natürlich dankend das Boot zurück.

Trail 2 zur Teluk Delima (Begegnung mit den Nasenaffen)

Für den 700 m langen blau-weiß markierten Weg braucht ihr etwa 45 Minuten pro Richtung. Um diesen Trail zu finden, verlässt ihr das Hauptquartier am besten beim Hintereingang. Dann geht ihr den Holzsteg immer weiter, vorbei an den Hütten und am Campingplatz. Dort beginnt ein Holzsteg, der schier endlos, immer gerade durch den Dschungel zu verlaufen scheint.

Wir wurden bei unserer Nachtwanderung von einem der Führer darauf hingewiesen, dass dieser Weg perfekt ist, um am Morgen zwischen 7:00 und 8:00 Uhr die berühmten Nasenaffen zu erspähen. Am ersten Tag hatten wir überhaupt keine Nasenaffen gesehen. Somit wollten wir diese Primaten unbedingt zu Gesicht bekommen. Gesagt getan, um 7:00 Uhr standen wir vor unserem Bungalow, gerüstet für den Dschungeltrip.

Wo leben Nasenaffen?

Nasenaffen leben nur auf Borneo. Demzufolge solltet ihr euch die Gelegenheit, welche zu sehen, nicht entgehen lassen, wenn ihr schon mal hier seid.

Leise schlichen wir durch den Dschungel, um schon nach nur etwa 5 Minuten Gehzeit, plötzlich seltsame Geräusche aus den Baumkronen zu vernehmen. Die Affen machen bassige, näselnde Laute. Das entfachte unseren Jagdinstinkt und wir liefen weiter zu einer Lichtung, die uns den Blick bis hoch hinauf in die Bäume freigab. Zuerst sahen wir nur, wie sich Blätter und Äste in den Baumkronen bewegten. Und dann sahen wir die Tiere.

Hoch oben, etwa 20 Meter vom Waldboden entfernt, da ist ihr Reich. Lustigerweise sitzen sie gleich wie wir Menschen, mit dem Hintern am Ast und die Beine lassen sie herunterhängen. Die Männchen sehen generell sehr witzig aus mit ihren riesigen Nasen und Bäuchen. Jedoch ist es einfach wunderbar sie zu beobachten, wenn sie sich anmutig von Baum zu Baum schwingen, oft Meterweit im freien Fall. Wie kleine Kinder standen wir unten am Waldboden und betrachteten unsere zweibeinigen Freunde mit glänzenden Augen.

Nasenaffen haben übrigens ein ganz besonderes Verdauungssystem mit zwei Mägen. Diese helfen ihnen, die Blätter der Mangroven verdauen zu können. Sie sind definitiv keine Fruchtesser. Glücklicherweise gibt es in Malaysia in letzter Zeit immer mehr Programme, um die Mangrovenwälder zu schützen und wieder aufzuforsten. Denn der Nasenaffe ist von diesen abhängig. Abgesehen davon, schützen die Mangroven die Küsten, da ihr Wurzelsystem als Wellenbrecher fungiert.

Weiter durch den Dschungel zur Teluk Delima

Immer weiter gingen wir den Holzsteg durch den Dschungel. Die Stege werden für die Regenzeit gebaut, denn dann ist der Dschungelboden feucht und morastig. Nach etwa 10 Minuten Gehzeit, führt eine Abzweigung nach rechts weg. Das ist der blau-weiß markierte Trail Nummer 2, den wir gehen wollten. Der Weg ist anfangs etwas steiler, aber nicht sehr schwer zu gehen. Ein oder zweimal müsst ihr im weiteren Verlauf des Weges über eine Holzleiter hinabsteigen.

Wir sahen auf dem Weg noch ein paar Nasenaffen, die uns nach wie vor faszinierten. Die Wildtiere erinnern mich an meine eigene urige Wildheit. Nach etwa 15 Minuten folgten wir einer Abzweigung, die gut beschildert war. In die andere Richtung geht der Lintang Trail weiter, der Rundweg mit der Nummer 10, für den man aber um einiges mehr Zeit veranschlagen muss.

Kurz darauf geht der Dschungel in eine schöne Küstenlandschaft über, vorbei an Klippen und Felsen. Der Weg endet im Mangrovenwald und schlussendlich am Meer. Dort ließen wir uns auf einem Felsen nieder. Christina packte dann gleich unseren Rucksack aus. Da dies mein Geburtstag war, bekam ich eine Geburtstagskerze auf einem malaysischen Schokoriegel. Zusätzlich überraschte sie mich mit einem eisgekühlten Bier, welches die Nacht im Gefrierschrank verbringen durfte. Umgeben von wunderbarer Natur, im morgendlichen Frieden, verbrachten wir hier ein paar wunderschöne Momente. Dann ging es am gleichen Weg wieder zurück.

Trail 5 zum Telok Pandan Besar

Dieser Trail ist mit 1,9 km etwas länger, als die zwei vorher beschriebenen und ihr braucht eine gute Stunde pro Richtung. Wie auch beim Trail 3 müsst ihr zuerst zum Startpunkt gehen. Von da geht es dann anfangs steil bergauf über Wurzeln, Steine und teilweise Leitern. Zu Beginn kommt man etwas außer Atem, aber bald gewöhnt man sich an das Gehen in der feuchten Dschungelhitze.

Später kommt ihr dann auf ein Plateau, wo ordentlich die Sonne herunterbrennen kann. Folgt den gelben Markierungen immer weiter. Hier bewunderten wir die einzigartige Vegetation der Hochplateauwälder. Zum Beispiel wachsen hier die tropischen, fleischfressenden Monkey Cups (Nepenthes, Kannenpflanzen). Die Luft war hier deutlich anders, als im Dschungel, die Luftfeuchtigkeit viel geringer und ein angenehmer Wind wehte. Wir fühlten uns freier und erfreuten uns an der frischen Luft.

Nach über einer Stunde, kamen wir schließlich am Ende des Weges bei den Steilklippen an. Dort setzten wir uns auf eine Bank und genossen die Aussicht auf das hunderte von Metern weiter unten gelegene Flussdelta.

Tatsächlich vertrieb uns ein nicht so freundlich gesinnter Makake von unserer Bank. Dieser wollte uns unsere Wasserflasche stehlen. Neugierig, wie ich bin, starrte ich dem Affen in die Augen, um zu sehen, wie er reagiert. Er reagierte immer gleich, er starrte kurz zurück und setzte dann zu einem Sprint in unsere Richtung an, welcher einen Fluchtreflex in uns auslöste. Wir beschlossen, den gleichen Weg wieder zurück zu nehmen. Dieser Trail hatte uns wirklich sehr gut gefallen.

Nachtwanderung im Bako National Park

Langsam wurde es dunkel, die Schmetterlinge wurden von den Fledermäusen abgelöst. Die Tagesbesucher waren längst schon alle Weg und wir genossen die Ruhe, die der Dschungel ausstrahlte, direkt auf der Veranda unseres Bungalows. Heute wollten wir an der Nachtwanderung teilnehmen. Diese empfehlen wir übrigens nicht, wenn ihr extreme Angst vor Spinnen oder Schlangen habt. Respekt vor den Tieren sollte man allerdings so oder so haben.

  • Die Nachtwanderung startet jeden Tag um 20:00 Uhr
  • Ausnahme ist Regen und starker Wind
  • Kostenpunkt 10 RM (ca. 2 €) pro Person
  • Treffpunkt ist an der Rezeption
  • Dauer 2 Stunden

Packliste für eine Nachtwanderung im Dschungel

Hier eine Liste von Dingen, die ihr auf eure Nachtwanderung durch den Dschungel mitnehmen könnt:

  • Stirnlampe
  • Lange Hose
  • Hohe Socken
  • Feldstecher
  • Mosquitoschutz
  • Tiger Balsam (gegen Juckreiz)
  • Wasser

Tiere, die es bei der Nachtwanderung zu sehen gibt

Die Wanderung startete pünktlich und die ungefähr 30 Teilnehmer wurden in zwei Gruppen unterteilt. Wir gingen in der von Dean geführten Gruppe mit. Zuerst machten wir eine Runde innerhalb des Geländes.

Wir sahen sogleich eine Grubenviper (engl. pit viper). Diese grüne Giftschlange bleibt oft monatelang am selben Platz. Deshalb wissen die Parkranger, wo man diese am besten antrifft. Ihr Gift ist für den Menschen tödlich, also aufgepasst!

Infolge sichteten wir eine extrem seltene schwarz-gelb gestreifte Mangrovenschlange (engl. mangrove snake). Ich schätze, sie war um die 2 Meter lang. Auch diese ist giftig, aber im Gegensatz zu der Grubenviper ist ihr Gift für den Menschen nicht tödlich.

Während wir im Dschungel weiter spazierten, erspähten wir noch die eine oder andere Schlange, obendrein natürlich auch extrem viele Spinnen. Zum Beispiel sahen wir einige Exemplare der Riesenkrabbenspinne (engl. huntsman spider), welche ebenfalls giftig, aber für den Menschen nicht tödlich ist. Außerdem wurde uns eine schwarze Tarantel gezeigt. Auch diese ist giftig, und wenn ihr eine mit blauen Füßen seht, dann ist diese von der giftigsten Sorte.

Ansonsten sahen wir noch Sumpfschildkröten, Fische und zu guter Letzt eine ganz besondere, extrem seltene Marmorkatze (engl. marbled cat). Diese war sogar für die Ranger etwas ganz Außergewöhnliches und manche hatten diese bis dato noch nie zu Gesicht bekommen.

Die Nachtwanderung war wirklich spannend und wir würden diese sofort wieder machen. Nach etwa zwei Stunden war sie dann vorüber. Nun war es Zeit fürs Bett und wir schliefen zufrieden in unserem Bungalow ein.

Wie hat uns der Bako National Park gefallen?

Der Bako National Park war für mich das Highlight auf unserem 5-tätigen Aufenthalt auf Borneo. Ich hätte mir gut und gerne vorstellen können dort auch für 2 oder 3 Tage zu bleiben. Wenn ihr Station in Kuching macht, dann empfehlen wir euch auf jeden Fall auch in diesem National Park vorbeizuschauen.

Die unberührte Natur, die vielen Wildtiere und allen voran natürlich die berühmten Nasenaffen, haben es uns wahrlich angetan. Die Nachtwanderung ist ein ganz besonderer Tipp, denn wo kommt man zu so etwas schon? Alles in allem können wir den Nationalpark also auf jeden Fall als Eintagestour oder besser noch mit Übernachtung weiter empfehlen.

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Millonigg Andrea

Wunderschön und spannend,…atemberaubende Wildnis und ein unbeschreibliches Abenteuer was Ihr dort wieder erlebt hab. Besonders freut es mich, dass auch du lieber Rafael, einmal zu Wort gekommen bist und uns am Geburtstags ÜBERRASCHUNGSgeschenk von Christina Teil haben lässt.. Tolle Bilder und viele Fotos von euch ..ich vermisse euch
Mom 💖

Margret Hueter

Wow, so ein tolles Geburtstagsgeschenk, lieber Rafael. Danke, dass ich euch wieder auf einem eurer tollen, interessanten und wunderschönen Trips begleiten durfte. Ich war noch nie im Dschungel jetzt kommt es mir vor, als wäre ich persönlich dort gewesen (Kopfkino). Ihr schaut wie immer total happy und entspannt aus, liebe Fernschmecker. Das freut mich so sehr, dass es euch so gut geht. Liebe Grüße in die Ferne, love and miss you ! Bussi Tante Margret 😘😘

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