Dhammikarama Burmese Temple auf Penang

Erschienen am 23. November 2019

Der Dhammikarama Burmese Temple befindet sich in Pulau Tikus, einem Vorort von Georgetown. Er ist der älteste aller buddhistischen Tempel auf Penang. Abgesehen davon ist er der einzige burmesische, buddhistische Tempel außerhalb von Myanmar. Dieser über 200 Jahre alte Tempel ist auch der einzige seiner Art in ganz Malaysia.

Sobald ihr euch in der Jalan Burma befindet könnt ihr den Dhammikarama Burmese Temple nicht mehr übersehen. Sein mächtiges rotes Tor, welches mit funkelnden Goldbordüren verziert ist, weckt das Verlangen, mehr zu sehen. Links und rechts vom Eingangstor wachen zwei detailreiche, weiße Steinelefanten. Vorbei an den vielen Souvenirständchen, die vor dem Eingangstor am Straßenrand platziert waren, betraten wir neugierig das Tempelgelände.

Sima Shrine
Der prächtige Sima Schrein

Was verbirgt sich hinter dem Tor?

Euch erwarten detailreiche und atemberaubende Statuen, aufwändige Holzschnitzereien und farbenfrohe Wandgemälde. Verzierte Außenfassaden, künstlerisch gestaltete Innenräume und die Farbe Gold, sind am gesamten Gelände zu finden. Auch wenn ihr auf der Suche nach ein bisschen Grün seid, werdet ihr hier fündig. Der Dhammikarama Burmese Temple bietet nämlich auch eine schöne Gartenanlage und sogar mehrere Koiteiche. Neben dem Shiva-Saal und einigen kleinen Schreinen, findet ihr hier auch eine Pagode, einen Wunschteich und einen Gebetsraum. Darüber hinaus beherbergt dieser Tempelkomplex, das Mönchsquartier, einen Speisesaal, eine Bibliothek und Klassenräume.

Wenn ihr das Areal des Dhammikarama Burmese Temple betreten habt, könnt ihr entweder gerade aus oder rechts gehen. Mittlerweile haben wir diesen Tempel schon öfters besucht. Daher wissen wir, dass es einen Rundweg gibt. Wir gehen am liebsten den Weg nach rechts, weil wir diese Runde einfach schöner finden.

Buddhastatue im Sima Schrein
Man beachte die Größe im Vergleich zu Christina

Gleich am Anfang befindet sich dann auf eurer linken Seite der Sima Shrine. Dessen Eingang wird von Löwenähnlichen Statuen bewacht. Im Inneren könnt ihr eine mächtige Statue aus myanmarischem Marmor bewundern. Die Decke und Teile des Einganges sind mit aufwändigen Holzschnitzereien ausgekleidet. Sie lassen einen einfach nur staunen. Im hinteren Teil des Schreins findet ihr die sogenannten International Standing Buddhas. Hier erwarten euch Buddha-Statuen im Stil unterschiedlicher Länder. Das Interessante dabei ist, dass keine dieser Statuen aussieht, wie die anderen.

International Standing Buddhas
Buddhas von links nach rechts aus Indien, Afghanistan, Bangladesch, Nepal und Pakistan
Schuhe ausziehen!

Wie in nahezu jedem Tempel oder Gebetshaus in Malaysia, müsst ihr hier eure Schuhe ausziehen, wenn ihr die heilige Halle betreten wollt. Stellt eure Schuhe einfach auf den Stufen vor der Gebetshalle ab.

Zwei Chimären bewachen die ganze Welt

Vorbei an weiteren Buddha-Statuen und kunstvoll verzierten Säulen, führt euch der Weg zur Hinterseite des Schreins. Die Rückwand wird von überdimensionalen, teilweise plastischen Wandgemälden geziert. Letztere stellen die Entsagung Buddhas dar. Davor befindet sich eine riesige Weltkugel, die von einem Paar geflügelter Chimären bewacht wird.

Chimäre ist übrigens der griechische Begriff für eine facettenreiche Figur. Diese Kreaturen vereinen die Eigenschaften mehrerer Tiere. Sie haben die Stoßzähne und den Rüssel eines Elefanten, die Hufe eines Pferdes und die Schuppen eines Karpfens. Des Weiteren besitzen sie den Kopf eines Drachens, die Flügel eines Garudas und die Hörner eines Hirsches. Ein Garuda ist nebenbei bemerkt ein legendärer Vogel oder eine vogelähnliche Kreatur. Diese findet sich in einigen asiatischen Mythologien wieder.

Als wir die Weltkugel das erste Mal sahen, fiel uns eines sofort auf. Bisher kannten wir den Globus hauptsächlich aus europäischer Sicht, also mit Europa im Mittelpunkt. Hier bemerkten zum ersten Mal, dass in Asien die Weltkugel von einer anderen Seite gezeigt wird. Tatsächlich sieht man in Malaysia die Erde natürlich mit Asien im Mittelpunkt. Wir fanden dies wirklich sehr interessant.

Zwei Chimären bewachen die Welt
Zwei Chimären bewachen die Welt

Mit etwas Treffsicherheit, geht dein Wunsch in Erfüllung

Wenn ihr weitergeht, führt euch der Weg an einem kleinen Teich vorbei. Er befindet sich zu eurer Linken . Hier könnt ihr Kois beim Schwimmen beobachten, welche im Sonnenlicht golden schimmern. Hier rekeln sich auch einige Schildkröten, die ihren Kopf Richtung Himmel strecken, um sich in der Sonne aufzuwärmen. In der Mitte des Teiches befinden sich Figuren von Tänzerinnen in bunten Kleidern.

Danach führt euch der Weg an einem weiteren Teich vorbei nach ganz hinten in den Garten. Auch dort befindet sich wieder ein Teich mit unzähligen Kois. Das Besondere daran ist jedoch, dass es sich hierbei um einen Wunschteich handelt. In der Mitte dieses Teiches befindet sich nämlich eine drehende Konstruktion, auf der Wunschschalen befestigt sind. Hier könnt ihr, wenn ihr geschickt seid, Münzen in die Metallschalen werfen. Jede der Schalen ist mit einem Wunsch, wie beispielsweise Gesundheit, Reichtum, Erfolg, Glück usw. gekennzeichnet. Also, wenn ihr den Tempel besucht, nicht vergessen Münzen mitzubringen.

Wunschteich im Tempelgarten
Wunschteich im Tempelgarten, viel Glück!

Der goldene Glockenturm

Das neueste Gebäude des buddhistischen Dhammikarama Tempels ist der Glockenturm bzw. die goldene Pagode. Dieses vierstöckige Gebäude wurde 2011 der Öffentlichkeit zugänglich gemacht und will auch gesehen werden. Die Fassade ist geschmückt von goldenen und roten plastischen Ornamenten und strahlt in der Sonne. Der Bau dieses Glockenturmes kostete fast 3 Mio. RM (ca. 650.000€). Tatsächlich wurden dafür eigens Handwerker aus Myanmar geholt. Mit offenem Mund standen wir vor der Pagode und kamen aus dem Staunen nicht mehr heraus.

Wenn ihr das Gebäude betreten wollt, müsst ihr vorher wieder eure Schuhe ausziehen. Ihr könnt bis in den dritten Stock hinauf gehen. Nehmt die Treppen, welche sich links und rechts unten im Hauptraum befinden. Alternativ kann man auch mit dem Lift fahren. Wir raten euch die Treppe zu nehmen, denn nur so könnt ihr auch die Schönheit der einzelnen Stockwerke bewundern. Die Wände des Erdgeschosses und des ersten Stockes sind mit Reliefbildern aus Marmor gesäumt. In den oberen beiden Ebenen findet ihr verschiedenste Statuen, welche alle von burmesischen Künstlern hergestellt wurden.

Marmorrelief im Glockenturm
Marmorrelief im Glockenturm

Vom Balkon im dritten Stockwerk aus, habt ihr einen herrlichen Ausblick. Von hier aus könnt ihr die gesamte Tempelanlage, sowie die nähere Umgebung von oben sehen. Abgesehen von der umwerfenden Aussicht, weht am Balkon im dritten Stock meist eine angenehme Brise.

Die Hauptgebetshalle des Dhammikarama Burmese Temple

In der Hauptgebetshalle herrscht meist Stille, welche nur hin und wieder vom Läuten der Tempelglocken unterbrochen wird. In der Mitte des Saales befindet sich eine sitzende, goldene Buddha Statue mit einem LED-Heiligenschein im Hintergrund. Hier muss man leider sagen: Tradition trifft Kitsch. Die Innenwände der Haupthalle sind mit ursprünglichen Mustern und Farben gestaltet. Der in allen Farben des Regenbogens leuchtende Heiligenschein, ist jedoch etwas gewöhnungsbedürftig.

Seid ihr vom vielen Herumgehen durstig geworden?

Ihr könnt euch direkt am Tempelgelände ein kaltes Getränk oder ein Eis kaufen. Gleich in der Nähe der Hauptgebetshalle befindet sich ein kleiner Stand mit Getränken und kleinen Snacks.

Die Geschichte vom Dhammikarama Burmese Temple

Im Jahre 1803, errichtete die burmesische Gemeinde, welche auch damals schon in dieser Gegend lebte, einen kleinen Tempel. Er trug den Namen Nandy-Moloh-Tempel und ist heute unter Dhammikarama Burmese Tempel bekannt. Das älteste Gebäude dieser Tempelanlage ist der Stupa, welcher 1805 geweiht wurde.

Was ist ein Stupa?

Ein Stupa ist eine hügelartige oder halbkugelförmige Struktur. Er beherbergt Relikte, wie beispielsweise die Überreste buddhistischer Mönche oder Nonnen. Des Weiteren dient er als Ort der Meditation. Rituell wird ein Stupa von Buddhisten übrigens immer im Uhrzeigersinn umkreist.

Dhammikarama Burmese Temple Stupa
Der Stupa im Dhammikarama Burmese Tempel

Der burmesische Tempel wurde auf einem Grundstück erbaut, welches Nyonya Betong und weitere Förderinnen gestiftet hatten. Von Anfang an waren weibliche Anhänger die Hauptstützen dieses Tempels. Später, als die burmesische Gemeinde größer wurde, baten die Anhänger Königin Victoria um weiteres Land. Sie wollten den Tempel erweitern und Begräbnisstätten bereitstellen.

Über die Zeit wuchs diese, über 200 Jahre alte, Tempelanlage zum dem heran, was sie heute ist. Das neueste Gebäude ist der Glockenturm oder auch Pagode genannt. Der Turm wurde 2011 offiziell eröffnet.

Tanzende Frauen im Koiteich
Tanzende Frauen im Koiteich
Geheimtipp!

Gleich gegenüber des Dhammikarama Burmese Temple findet ihr einen anderen, wirklich einzigartigen und sehenswerten Tempel. Der Lying Buddha Temple besticht nicht nur mit seinem bunten, glitzernden und funkelnden äußeren Erscheinungsbild. Nein, denn im Inneren befindet sich ein riesiger, liegender Buddha, welcher zu den größten liegenden Buddha-Statuen der Welt zählt.

Wie hat uns der burmesische Tempel gefallen?

Der Dhammikarama Burmese Temple ist wirklich mit keinem anderen Tempel zu vergleichen. Seit wir in Asien wohnen, besuchten wir schon so einige buddhistische Tempel. Wir kamen zu dem Entschluss, dass man diese vielen einzigartigen und unterschiedlichsten Tempelbauwerke nicht miteinander vergleichen kann. Beim Dhammikarama Burmese Temple zogen uns am meisten die detailreichen und aufwändigen Schnitzereien in ihren Bann. Natürlich war die riesige Marmor-Buddha-Statue und die Buddhas in den Stilen der verschiedenen Länder auch sehr beeindruckend.

Beim Wunschteich versuchten wir natürlich auch unser Glück und es machte wirklich Spaß. Bei der Anzahl an Münzen, mit der wir in die „Happiness“ Schale trafen, sollten wir für immer glücklich sein. Vom Balkon aus, in der dritten Etage der goldenen Pagoda, erfreuten wir uns an der Aussicht. Der Dhammikarama Burmese Tempels ist auf alle Fälle einen Besuch wert.

Der Kek Lok Si Tempel ist ein weiterer Tempel auf Penang, welcher sogar der größte buddhistische Tempel in ganz Malaysia ist. Auch von diesem sind wir immer wieder begeistert und können euch einen Besuch nur wärmstens empfehlen. Hier haben wir euch hier unseren Blogartikel über den Kek Lok Si Tempel verlinkt. Dort findet ihr alle nötigen Informationen, wie Öffnungszeiten, Anreise und vieles mehr.

Falls ihr schon immer einmal einen Höhlentempel sehen wolltet, dann lest doch auch unseren Blogartikel über Ipoh. Ipoh ist übrigens auch ein guter Ort für einen Tagesausflug von Penang aus.

Dhammikarama Burmese Temple, alle Infos

  • Mo - So 5:00-18h
  • Aufhenthalt: 30 Minuten
  • Kosten: frei
  • Verpflegung: Getränke und Snacks
  • Parkplatz: vorhanden, für ein paar RM
  • WC: vorhanden
  • Kleidungsvorschriften: Schuhe ausziehen

Dhammikarama Burmese Temple, die Anfahrt

Der Tempel befindet sich in der Nähe des Guney Drives in Pulau Tikus, etwas außerhalb von Georgetown. Gleich in der Nähe findet ihr zwei große Shopping Malls und ein sehr empfehlenswertes Hotel, das G Hotel Kelawai. In diesem Hotel hatten wir die ersten Nächte auf Penang verbracht. Heute wohnen wir schon über 1,5 Jahre hier.

  • Wenn ihr mit dem Mietwagen oder einem Mietroller unterwegs seid, könnt ihr einfach vor dem Lying Buddha Temple Parken. Dieser befindet sich gleich auf der gegenüberliegenden Straßenseite. Für das Parken von Autos werden manchmal ein paar Ringgit verlangt.

  • Natürlich könnt ihr auch bequem mit dem Taxi oder mit einem Grab zum Tempel fahren.

  • Auch mit dem Bus ist der Tempel von Georgetown oder Batu Ferringhi aus leicht zu erreichen. Am besten nehmt ihr den Rapid Penang Bus 101. Wenn ihr in der Altstadt seid, könnt ihr zum Beispiel in der Chulia Street oder in der Penang Road zusteigen. Natürlich könnt ihr auch vom Busbahnhof beim Komtar, welcher sich ebenfalls in Georgetown befindet, wegfahren. Steigt bei der Bushaltestelle Jalan Kelawei aus. Anschließend könnt ihr die Spitze der goldenen Pagoda des Lying Buddha Tempels bereits sehen. Einen Busplan für den Bus 101 habe ich euch hier verlinkt.

  • Keine Angaben

Das gibt es hier zu lesen...

Hat es dir gefallen?

Melde dich zum kostenlosen Newsletter an!
Und bekomme jeden neuen Artikel direkt in dein Postfach…

Hinterlasse einen Kommentar

  Abonnieren  
Benachrichtige mich bei

Wir verwenden Cookies, um unsere eigene Webseite für unsere Besucher zu verbessern. Wenn du zustimmst, gehen wir davon aus, dass du damit zufrieden bist. Mehr Informationen findest du in unseren Datenschutzbestimmungen.