Chinatown in Singapur (inkl. kostenlose Attraktionen)

Erschienen am 19. Juli 2019

Was wäre eine asiatische Großstadt ohne Chinatown? Chinatown in Singapur ist eine Mischung aus Altem und Neuem und genau das macht es so interessant. Historische Tempel, traditionelle chinesische Apotheken, lässige Bars und moderne Läden machen Chinatown zu einem vielfältigen Viertel.

Es besticht vor allem mit seiner Einzigartigkeit. Es ist das einzige Chinatown auf der Welt, in dem hinduistische Tempel und Moscheen direkt neben einem chinesischen Tempel stehen. Großteile von diesem Viertel, wurden zu nationalen Kulturerbstätten erklärt und unter Denkmalschutz gestellt.

Sein historischer Charme und seine pulsierenden Straßen haben mich sofort in ihren Bann gezogen. Einen ganzen Tag habe ich Chinatown in Singapur erkundet und an jeder Ecke etwas Neues entdeckt. Vorbei an Kaufhäusern, Restaurants und Bars, führte mich der Weg zu Tempelanlagen und vielen charakteristischen Orten. Ich hätte locker noch einen weiteren Tag in Chinatown in Singapur verbringen können ohne, dass mir auch nur eine Sekunde langweilig gewesen wäre.

Mit der MRT nach Chinatown

Wenn ihr nach Chinatown in Singapur wollt, dann nehmt am besten die MRT. Die Linien Downtown (blau) und Nort-East (violett) führen beide direkt zur MRT Station Chinatown. Falls ihr direkt zum Thian Hock Keng Tempel wollt, dann könnt ihr auch bei der Station Telok Ayer, der Downtown Linie, aussteigen.

Das gute alte Taxi oder ein Grab ist natürlich immer eine Alternative.

People´s Park Center

Gleich am Anfang, nachdem ich die MRT bei der Station Chinatown verlassen hatte, führte mich mein Weg zum People´s Park Center. Hierbei handelt es sich um ein Einkaufszentrum, in dem Essen, Krimskrams, Dekorationen und Technik verkauft wird. Auch zahlreiche Wechselstuben und chinesische Apotheken sind hier anzufinden. Die Mall selbst, ist schon etwas in die Jahre gekommen, man könnte sie schon als retro bezeichnen.

Gute Aussicht auf Chinatown

Ihr könnt in dieses Einkaufszentrum einfach hinein gehen und mit dem Lift in den 6. Stock fahren. Dann müsst ihr hinaus in das Parkhaus gehen und noch ein Stockwerk weiter hinauf. Von dort aus, hat man einen ausgezeichneten Überblick auf ganz Chinatown in Singapur. Dort oben ist man alleine und hat alle Zeit der Welt, gute Fotos zu schießen. Falls ihr eine Drohne habt, ist hier ein guter Ort, sie steigen zu lassen.

Chinatown Market in Singapur

Nach der tollen Aussicht, machte ich mich auf den Weg in das Herz von Chinatown, dem sogenannten Chinatown Market. Hier fühlt man sich, als wäre man auf einmal in einer anderen Welt. Überall spielte es chinesische Musik und ein Ohrwurm löste den anderen ab.

Links und rechts von der Trengganu Street befinden sich zahlreiche kleine Läden. Von Kleidung, Krimskrams und Dekorationen, bis hin zu Schmuck könnt ihr hier alles finden. Die Farbe Rot dominiert eindeutig die Straße und man kommt aus dem Schauen gar nicht mehr heraus. Als wir Singapur bereisten, war es kurz vor Chinese New Year. Vor und während des Chinese New Year werden unzählige Dekorationsartikel verkauft. Also durfte ich mich nicht wundern, dass ich vom Kitsch fast erschlagen wurde.

Vormittags und nachmittags, kann man durchaus den Markt erkunden, ohne von einer Menschenmasse eingebettet zu sein. Abends geht es dann aber meist lebendiger zu. Das ist aber auch kein Wunder. Am Abend wird hier gegessen und getrunken und diese Straße erstrahlt in einer Pracht aus Lampions und Lichterketten.

Was mich sehr gewundert hat ist, dass ich keinen einzigen Mülleimer in dieser Gegend gesehen habe. Stundenlang trug ich meine leere Wasserflasche mit mir herum. Auch mit der Suche nach einem öffentlichen WC in dieser Umgebung hatte ich keinen Erfolg.

Chinatown Food Street in Singapur

Die Chinatown Food Street befindet sich gleich um die Ecke vom Markt und bietet eine vielfältige Auswahl an chinesischen Gerichten. Hier bekommt man traditionellen Geschmack nach teilweise originalen und abgeänderten Rezepten. Hier ist der perfekte Ort, um gut und günstig zu essen. Da diese Straße überdacht ist, bleibt man auch bei Regen trocken.

Was soll ich bloß essen?

Wenn ihr nicht wisst, was ihr essen wollt, dann macht es doch so, wie es in den meisten asiatischen Ländern üblich ist. Bestellt einfach mehrere Speisen und teilt sie miteinander. So könnt ihr schneller herausfinden, was euch mundet und was nicht ganz eurem Geschmack entspricht. Eines unserer Lieblingsgerichte aus der chinesischen Küche ist Char Kway Teow. Hier findet ihr genaueres über Char Kway Teow, inklusive Rezept.

Chinatown Singapur Pagoda Street
Bunte Fassaden in der Pagoda Street

Chinatown Heritage Center

Am Ende der Trengganu Street bei der Kreuzung mit der Pagoda Street, findet ihr das Chinatown Heritage Center. Hier wird die Geschichte über die Vergangenheit Singapurs gezeigt. Dieses Museum wurde den ersten Bewohnern Chinatowns gewidmet und umfasst sechs Galerien. Unter anderem sieht man hier auch original erhaltene Wohnräume und Darstellungen eindringlicher Ereignisse.

Sri Mariamman Tempel, Chinatown in Singapur

Mein Weg führte mich auch am Sri Mariamman Tempel vorbei. Dieser Tempel ist der älteste hinduistische Tempel in Singapur und befindet sich in der South Bridge Road, inmitten von Chinatown. Für mich ist es wirklich immer wieder erstaunlich, welche Harmonie hier in Asien zwischen den Religionen besteht. Was mich ebenfalls beeindruckt ist, dass hinduistische Tempel so schön bunt und mit viel Liebe zum Detail gestaltet sind.

Ihr könnt den Tempel täglich von 07:00 – 11:30 und von 18:00 bis 20:45 auch von innen betrachten. Der Eintritt ist frei und es wird lediglich um eine Spende gebeten, wenn ihr Fotos machen wollt.

Ann Siang Hill

Der Ann Siang Hill ist ein kleiner Hügel in Chinatown, welcher nach dem reichen Geschäftsmann Chia Ann Siang benannt wurde. Er verbindet die Ann Siang Rd mit der Club Street und ist einen Spaziergang wert. Tagsüber ist es hier sehr ruhig und es gibt auch einen kleinen Park am Hügel, in dem man eine Pause vom lebendigen Chinatown einlegen kann. Die Club Street, habe ich mir sagen lassen, ist eine beliebte Party Gegend.

Sehr originell an diesem Stadtviertel fand ich die restaurierten Ladenlokale, die die Straßen säumen. Abgerundet wird das ganze durch Palmen und unzähligen Pflanzen, die diese Gegend zu etwas ganz Besonderem machen. Auch die eine oder andere Street Art kann man hier entdecken und bestaunen.

Thian Hock Keng Tempel

Nachdem ich mir im Telok Ayer Green Park, eine kleine Pause genehmigt hatte, ging es weiter zum Thian Hock Keng Tempel. Er ist einer der ältesten und wichtigsten Hokkien-Tempel in Singapur. Der 1839 erbaute Tempel wurde gerne von den chinesischen Einwanderern besucht, um Mazu, der Göttin der Meere, für ihre sichere Reise zu danken.

Der Tempel wurde traditionell gebaut, das heißt, die gesamte Struktur wurde ohne Nägel montiert. Der Thian Hock Keng Tempel beherbergt neben der Peranakan Tiles Gallery und dem Singapore Musical Box Museum auch das Chong Wen Ge Café. Letzteres ist ein empfehlenswerter Ort, um ein kühles Getränk oder einen Nachmittagstee zu genießen.

Der Tempel ist täglich von 07:30 bis 17:30 geöffnet und der Eintritt ist kostenlos.

Singapore City Gallery

Die Singapore City Gallery zeigt die Entwicklungsgeschichte Singapurs in den letzten 50 Jahren. Von einem bescheidenen Handelshafen wurde Singapur innerhalb von fünf Jahrzehnten zu einer der lebenswertesten und bekanntesten Metropolen Asiens. Wolkenkratzer und andere anschauliche Gebäude verleihen Singapur ihre unverwechselbare Skyline.

Die Ausstellung verbindet audiovisuelle und interaktive Ausstellungsstücke. Die Hauptattraktion hat mich am allermeisten begeistert. Ein Architekturmodell, bei dem man das Stadtzentrum aus der Vogelperspektive betrachten kann. Dieses Modell ist 11 mal 10 Meter groß und im Maßstab 1:400. Die einzelnen Gebäude bestehen hauptsächlich aus Balsaholz und Acryl und wurden 1998 zu einem großen Modell zusammengesetzt. Wie ihr rechts am folgenden Bild sehen könnt, ist das Modell noch nicht ganz fertig gestellt.

Hier, in der City Gallery könnt ihr auch viel über die Stadtplanung und die Umweltschutzbemühungen von Singapur erfahren. Des Weiteren gibt es auch eine Panorama-Show, welche Szenen des täglichen Lebens in Singapur, in den verschiedenen Jahrzehnten zeigt.

Der Eintritt ist frei und ihr könnt die Gallery von Montag bis Samstag, von 09:00 bis 17:00 besuchen. Am Sonntag und an Feiertagen, ist sie geschlossen.

Buddha Tooth Relic Tempel & Museum

Der 5-stöckige Buddha Tooth Relic Temple befindet sich in der Altstadt von Chinatown. Er wurde 2007 erbaut und kann täglich von 07:00 bis 19:00 Uhr besichtigt werden. Diese Kultstätte präsentiert asiatische, buddhistische Artefakte und andere Kunst und Kultur. Für Wissbegierige, gibt es im Buddha Tooth Relic Tempel verschiedene Museen.

Das buddhistische Kulturmuseum und die Heiligtums Kammer im dritten Stock sind täglich von 09:00 bis 18:00 Uhr geöffnet. Das Emiment Sangha Museum im Zwischengeschoss, öffnet seine Pforte täglich von 07:00 bis 19:00 Uhr.

Der Eintritt in den Tempel sowie in die Museen ist kostenlos und auf alle Fälle empfehlenswert.

Habt ihr gewusst …?

Es ist strengstens untersagt, nicht-vegetarische Lebensmittel oder Haustiere in einen buddhistischen Tempel mitzunehmen. Auch bei der Wahl eurer Kleidung, solltet ihr Respekt zeigen und einen nackten Rücken oder unbedeckte Schultern vermeiden. Des Weiteren solltet ihr auch auf sehr kurze Hosen oder Miniröcke verzichten.

Die Street Art von Chinatown in Singapur

Wie ihr vielleicht schon wisst, sind wir große Fans von Street Art. Immer wieder begeistern uns die meist überdimensionalen Kunstwerke auf Hauswänden und Gebäuden. Mit Asien haben wir uns genau den richtigen Kontinent zum Wohnen auf Zeit ausgesucht. Denn hier gibt es sehr viele talentierte Künstler, die ihr Werk an öffentlich zugänglichen Orten verewigen. Auch Chinatown in Singapur bietet so einige sehenswerte, kunstvolle Attraktionen. Die meiste Street Art findet man hier in der Nähe des Chinatown Complex, des Ann Siang Hills und der Keong Saik Rd.

Brief Schreiber Street Art
Dieses Wandbild ist eines von einer Sammlung aus 45 Kunstwerken, die in der ganzen Stadt verteilt sind. Ihr findet es in der Smith Street 336
12 Chinesische Tierkreiszeichen
Hier sieht man die 12 buddhistischen Tierkreiszeichen

Bei unserem Besuch am Anfang des Jahres 2019, konnte man auf dieser Hauswand einen Hund sehen, da es des Jahres des Hundes war. Wenn ihr in nächster Zeit Chinatown in Singapur besucht, werdet ihr ein Schwein bewundern können. Das große Gemälde wird jedes Jahr zum Chinese New Year erneuert und zeigt immer das Sternzeichen des aktuellen Jahres.

Thian Hock Keng Tempel Street Art Hafen
Auf der Rückwand des 177 Jahre alten Thian Hock Keng Tempels, findet man dieses 40 Meter lange Wandgemälde. Es zeigt die Lebensgeschichte der früheren Hockkien-Migranten in Singapur.

Übrigens, wenn ihr auch solche Street Art Fans seid, wie wir, dann schaut doch auch in unsere Artikel Little India in Singapur, Hin Bus Depot in Georgetown, Das arabische Viertel in Singapur oder Ein Tag in Ipoh hinein. Dort zeigen wir euch weitere Kunstwerke, die wir auf unseren Reisen bis jetzt gesehen haben.

Wie hat mir Chinatown in Singapur gefallen?

Chinatown in Singapur ist eine sehr spannende und sehenswerte Gegend. Inmitten von Wolkenkratzern, findet man auch einstöckige Reihenhäuser, Restaurants, Bars und Parks, sowie andere Grünflächen. Auch Tempel und andere religiöse Gebäude sind hier keine Seltenheit und machen dieses Chinatown einzigartig auf der Welt.

Mir hat es hier sehr gut gefallen. Es hätte hier noch viele Sehenswürdigkeiten und Orte zum Erkunden gegeben und ich habe mir an diesem einen Tag so viel wie möglich davon angesehen.

Hier habe ich euch meine ungefähre Route, die ich gegangen bin, für euch zusammengestellt.

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Millonigg Andrea

Wunderbarer Rundgang durch „Chinatown in Singapur“. Wir wären gerne dabei gewesen…Danke für die schönen, interessanten und faszinierenden Reisegeschichten und Bilder..,an denen wir uns immer wieder erfreuen.
lg Pepsi u.Andrea

Peter

Danke für die interessanten Geschichten und Bilder
Es ist schön mit euch diese Erfahrungen teilen zu können

Ulrike Götz

Der Artikel ist wirklich super 🙂 auch schön zu lesen, wenn man schon mal dort war, da kommt das Urlaubsfeeling gleich zurück 😘

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